Geringqualifizierte sind bezüglich ihrer Kompetenzausstattung eine äußerst heterogene Gruppe. Für einen nicht unerheblichen Teil wurden hohe oder sogar höchste Kompetenzwerte festgestellt.
Viele Geringqualifizierte erledigen zudem Tätigkeiten, für die typischerweise eine berufliche, weiterführende oder sogar akademische Ausbildung erforderlich ist. Bislang werden sie aber nur unzureichend von Weiterbildungsangeboten erreicht. Ein Lösungsansatz können modulare Qualifizierungskonzepte sein.
Geringqualifizierte bilden keine einheitliche Gruppe, sondern unterscheiden sich stark in ihren tatsächlichen, häufig unterschätzten, Kompetenzen. Öffentliche Debatten betonen meist Defizite, obwohl „geringqualifiziert“ lediglich auf das Fehlen eines formalen Abschlusses hinweist und nicht auf geringe Fähigkeiten.
Studien zeigen, dass viele Geringqualifizierte über hohe Grund- und Fachkompetenzen verfügen und oft Tätigkeiten ausüben, die üblicherweise eine Ausbildung oder ein Studium erfordern. Dennoch werden ihre informell erworbenen Kompetenzen selten anerkannt oder zertifiziert, was den Zugang zu passender Weiterbildung und beruflicher Mobilität erschwert. Um Fachkräftepotenziale besser zu nutzen, braucht es eine individuelle Erfassung vorhandener Kompetenzen, gezielte Zertifizierungsverfahren und modulare Qualifizierungsangebote, die an bestehenden Stärken anknüpfen. Betriebe, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, sollten stärker unterstützt werden, Lerngelegenheiten, Zeitressourcen und strategische Personalentwicklung zu schaffen, um diese Potenziale systematisch zu fördern.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des IAB unter: https://iab-forum.de/die-unterschaetzte-ressource-geringqualifizierte-als-fachkraefte-von-morgen/
Quelle: IAB der Bundesagentur für Arbeit