Ein Ausbildungsabbruch führt langfristig zu erheblichen Einkommensverlusten, doch diese betreffen vor allem Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien.
Während sozial besser gestellte Jugendliche fehlende Abschlüsse häufig durch Zweite-Chance-Bildungswege oder bessere Arbeitsmarktzugänge kompensieren können, verfestigt sich bei benachteiligten Jugendlichen soziale Ungleichheit.
Viele Jugendliche brechen ihre Berufsausbildung vorzeitig ab, was langfristig oft mit geringeren Einkommen und instabileren Erwerbsverläufen verbunden ist. Eine aktuelle Studie auf Basis umfangreicher administrativer Längsschnittdaten zeigt jedoch, dass die Folgen eines Ausbildungsabbruchs stark von der sozialen Herkunft abhängen.
Um kausale Effekte zu identifizieren, nutzt die Untersuchung regionale Unterschiede bei alternativen Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten und analysiert so insbesondere Abbrüche, die durch attraktive Alternativen begünstigt werden. Insgesamt erzielen Ausbildungsabbrecher*innen in den zehn Jahren nach dem Abbruch deutlich geringere Einkommen als vergleichbare Absolvent*innen. Besonders gravierend sind die Einkommensverluste für Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Ihr Einkommen fällt im Schnitt um rund 45 Prozent niedriger aus, während Jugendliche aus besser gestellten Familien langfristig keine kausalen Einkommensnachteile erleiden. Hierfür sind unter anderem Ressourcen bei Jugendlichen aus privilegierteren Haushalten als Gründe zu nennen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des IAB unter: https://iab-forum.de/wann-der-ausbildungsabbruch-zur-einkommensfalle-wird-und-wann-nicht/
Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit